OrgFit

Ein Instrument zur Erfassung der arbeitsbezogenen Belastungen

 

Hintergrundinformationen

Der OrgFit wurde im Rahmen der Novellierung des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes entwickelt. Dabei steht im Fokus die Erfassung von Belastungen, die im ASchG, Par. 2 (7), definiert sind als "physische und psychische Belastungen, […] die zu Fehlbeanspruchung führen." Der OrgFit ist ein Fragebogen, der darauf abzielt,

 

Der OrgFit basiert auf dem theoretischen Hintergrund des Belastung-Beanspruchungskonzepts und den in der ISO 10075-1 definierten Begriffen für Belastung und Beanspruchung. Das Konzept der Fehlbeanspruchung betrachtet die möglichen negativen Konsequenzen von Belastung. Um arbeitsbedingte Belastungen, die zu Fehlbeanspruchungen führen können, erschöpfend erfassen zu können, wurde der OrgFit so konstruiert, dass er alle relevanten Belastungsbereiche abdeckt. Demnach werden folgende Dimensionen, die auch in Anlehnung an die Normen ISO 10075-1, 2 und 3 abgeleitet wurden, erfasst: 1) Arbeitsaufgaben und Tätigkeiten, 2) Sozial- und Organisationsklima, 3) Arbeitsplatzumgebung, und 4) Arbeitsabläufe und Organisation. Zusätzlich zu den vier Dimensionen erfasst der OrgFit 24 Subtests, die eine tiefergehende Belastungsanalyse ermöglichen.

 

Erfasste Dimensionen und Subtests

 

Benefits des OrgFit

 

Entwicklung und wissenschaftliche Prüfung

Das Verfahren wurde nach der Klassischen Testtheorie konstruiert. Die Itemgenerierung basiert auf Literaturrecherchen und Experteneinschätzungen im Bereich der psychischen Belastungen. Die Items wurden so formuliert, dass sie branchenübergreifend eingesetzt werden können. Der OrgFit und die Vorgehensweise bei der Arbeitsplatzevaluierung wurden auf der Basis wissenschaftlich anerkannter Konzepte entwickelt und sorgfältig in mehreren Schritten in Theorie und praktischen Anwendungen geprüft und sowohl national als auch international in der Arbeits- und Organisationspsychologie vorgestellt und diskutiert (s.a. Jiménez, Dunkl & Kallus, 2014; Jiménez & Dunkl, 2015).

Links:

https://www.researchgate.net/publication/281237534

https://www.researchgate.net/publication/281625921

 

Die psychometrischen Eigenschaften des OrgFit wurden in den Jahren 2014 und 2015 anhand der Daten von zwei groß angelegten, für Österreich repräsentativen Studien geprüft (Studie „Arbeitswelt Österreich“; Jahr 2014: N=514, Jahr 2015: N=1200). In beiden Studien zeigten sich hohe Reliabilitätskoeffizienten (Cronbach’s Alpha) für den gesamten Fragebogen (.94) sowie den vier erfassten Dimensionen (zwischen .80-.93). Die faktorielle Validität sowie die Konstruktvalidität (Erholungs-Belastungsfragebogen für die Arbeit [EBF-Work]) wurden geprüft und bestätigt. Nähere Informationen zu diesen Studien sind im Artikel von Jiménez & Dunkl (2017) veröffentlicht.

 

Link zur Publikation von Jiménez & Dunkl (2017):

https://www.researchgate.net/publication/314244451

Weiterführender Link zur Studie „Arbeitswelt Österreich 2015“:

https://www.researchgate.net/publication/311269032  

 

Zusammenfassung:

Name des Verfahrens: OrgFit - Organizational Fitness. Instrument zur Erfassung der arbeitsbezogenen Belastung

AutorInnen: Jiménez, P.; Dunkl, A., Höfer, M., & Schmon, C.

Ziel: Erfassung arbeitsbedingter physischer und psychischer Belastungen, die zu Fehlbeanspruchungen führen

Vorgabe: Fragebogen als Papier-Bleistift-Variante und online einsetzbar

Antwortformat: nie, selten, manchmal, mehrmals, oft, sehr oft, immer; Codiert von 0-6

Items: 54 Items

Bearbeitungszeit: 10 Minuten

Vorteile: Erfasst alle Dimensionen und Kategorien nach den Normen ISO 10075-1, 2 u. 3 (damit auch im Sinne des Leitfadens für die Arbeitsinspektion), ökonomisch, universell und branchenungebunden einsetzbar

Gütekriterien: OrgFit Grundmodul- Reliabilität: 0.94, Dimensionen zwischen .80 und .93, Konstruktvalidität im Bereich zwischen .39 und .61

Normierung: repräsentative Stichproben von 514 und 1200 österreichischen ArbeitnehmerInnen. Neben der Normstichprobe gibt es auch Vergleichwerte für Branchen (z.B. Vergleichswerte spezifisch für Produktion)

Sprachen: Englisch, Slowenisch, Kroatisch, Ungarisch, Rumänisch, Türkisch

 

Kooperationspartner:

research-team Jimenez-Schmon-Höfer GmbH

Mag. Michaela Höfer

Mag. Cornelia Schmon

 

Wissenschaftliches Projektteam:

Institut für Psychologie der Universität Graz

Dr. Paul Jiménez

Mag. Anita Dunkl

 

Die AutorInnen des Fragebogens bedanken sich bei Mag. Christina Bramberger für die Untersützung bei der Fragebogenentwicklung und für die Untersützung bei der Erhebung der ersten Normstichprobe.

 

Kontakt:

Projektleitung:

Dr. Paul Jiménez

paul.jimenez(at)uni-graz.at

+43 316 380-5128